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kressköpfe live in Düsseldorf

"Lasst die Kreativen an die Tablets ran!"

Es war Tablet-Time am Donnerstag nachmittag in Düsseldorf: Auf der neuen Messe digimedia präsentierte kress eine frische Ausgabe der kressköpfe live. Mit dabei waren Bonnier-Tabletexperte Staffan Ekholm, KaufDa-Mitgründer Christian Gaiser, Jochen Wegner vom Startup Mag10, Christina Dohmann vom Online-Kiosk Pubbles und Media-Altmeister Thomas Koch. Zugespitztes Fazit: Tablets werden die Medienwelt verändern - dauerhaft.

Staffan Ekholm stellte in Düsseldorf Mag+ vor - ein System, mit dem es außerordentlich leicht ist, aus dem DTP-Programm InDesign heraus Tablet-Versionen zu basteln. Bereits vor zwei Jahren haben die Entwicklungen an Mag+ begonnen, noch vor dem Launch des iPad von Apple. Das erste E-Magazin des Medienkonzerns war "Popular Science". Mittlerweile sind mehr als 30 Marken mithilfe von Mag+ auf das iPad gelangt.

Bonnier verfolgt eine kühne Strategie: Die Software ist seit Anfang April kostenlos zu haben. Eine Lizenzgebühr in überschaubarer Höhe entfällt nur, wenn mit dem fertigen Tablet-Produkt kommerzielle Ziele verfolgt werden. Für Ekholm steht schon heute fest, dass das "digitale Ökosystem" rund um Tablets funktioniert. Nun sei es wichtig, dass die Kreativen das Kommando in den Verlagen übernehmen, um Inhalte zu produzieren, die Menschen auch wirklich nutzen.

In die selbe Kerbe schlug Jochen Wegner. Der ehemalige Chefredakteur von "Focus Online" hat sich gemeinsam mit dem Software-Mann Marco Börries selbstständig gemacht und zieht in Berlin das Startup Mag10 hoch. Für Wegner sind Tablet-Geräte ein komplett neues Medium, das den Verlegern die Chance eröffnet, alles zu überdenken und etwas Neues auszuprobieren: "Man muss rumprobieren und den Mut haben, Fehler zu machen", riet Wagner. Weltweit arbeiteten hundert Firmen an neuen Angeboten. Bei Rupert Murdochs Internet-Tageszeitung "The Daily" gibt er sich skeptisch: Die sei zwar gut gemacht, könne aber nicht funktionieren: "Es ist sehr schwer, im Internet Nachrichten zu verkaufen, das ist keine erfolgsversprechende Nische". Verlegern rät er dazu, den eigenen Angeboten kein plattformüberfreifendes System überzustülpen, sondern die neuen Produkte aus den einzelnen Redaktionen entwickeln zu lassen. Im übrigen ist das klassische Zeitschriften-Abo-Modell für ihn tot und wird auch nicht mehr auf Tablets funktionieren.

Christina Dohmann, Marketing-Managerin bei Pubbles, kündigte weitere Versionen des Online-Kiosks an, die "mit Hochdruck" entwickelt würden - eine iPhone-App, Android-Apps sowie Web-OS und HTML5-Varianten. Man will sich unabhängiger vom Vertriebssystem Apple machen und möglichst schnell auf weitere Geräte und Plattformen kommen.

Auch beim Prospektportal KaufDa ist das Tablet populär - auf etwa 25% aller in Deutschland eingesetzten iPads sei die KaufDa-App installiert, sagte Mitgründer Christian Gaiser. Jeweils ein Drittel der Nutzung werde auch mittelfristig auf Online, Smartphones und Tablets entfallen. Erst kürzlich hatten die Gesellschafter von KaufDa die Mehrheit an die Axel Springer AG verkauft - die offenbar an die digitale Verbreitung eingescannter Printprospekte glaubt. Aber Gaiser denkt schon weiter: "Wir haben bisher nur das erste Kapitel beendet."

Für den Media-Mann Thomas Koch steht indes fest, dass die neuen digitalen Geschäftsfelder erst durch Printmedien erzeugt werden. Auch der Reichweitenvorsprung von Print werde noch eine ganze Weile halten. Zwar sinken gedruckte Auflagen weiter um bis zu 25% des heutigen Niveaus, aber die verbleibenden Leser seien "die wertvollsten überhaupt" - Leser, die sich mit Print "schmückten".

Aber die digitale Revolution geht freilich nicht an Koch vorbei: "Es geht sehr schnell und wir sind noch nicht sehr weit. Dienstleister schießen überall aus dem Boden und rufen den Verlagen zu: Wir können etwas, was ihr nicht könnt."

Ein passendes Schlusswort fand KaufDa-Mann Gaiser: "Jeder muss sich infrage stellen - das ist die Schönheit des Internets."

kressköpfe live auf der digi:media

7. April 2011, 14.00-18.00 Uhr
Halle 6, digi:space, Messe Düsseldorf
21,- Euro*

*Gegen Vorlage der Eintrittskarte erhalten Sie auf der der Veranstaltung einen Gutschein für kressbuch.de im Wert von 21,- Euro geschenkt!

 

 

14.00-14.30 Uhr Einlass der Teilnehmer, Socializing, Kaffee-Empfang


14.30 Uhr - Eröffnung der Veranstaltung

Eckhard Müller
Chefredakteur, kress

 

Moderator der Veranstaltung

Christian Meier
Leiter Resort Digital, kress

Interviewpartner

Torsten Zarges
Korrespondent Köln, kress


14.45-15.10 Uhr - Keynote

How to get magazines on tablets - concepts and strategies from Bonniers Mag+

Staffan Ekholm
CEO, MovingMedia+


15.15-15.35 Uhr - Impulsvortrag + Interview

Vom Push zum Pull – wie Händler und Verbraucher von standortbasierten Netzwerken in der Zukunft profitieren

Christian Gaiser
Geschäftsführer, kaufDA


15.40-16.00 Uhr - Impulsvortrag + Interview

ePublishing: Trends in einem neuen Geschäftsfeld

Christina Dohmann
Marketing Managerin, Pubbles


16.00-16.20 Uhr - Impulsvortrag + Interview

Mag10 – und seine Vision für die Zukunft des digital publishing

Jochen Wegner
CEO, Mag10 Publishing GmbH


16.20-17.00 Uhr - Kurzvortrag & Podiumsdiskussion

Meine Einschätzungen zu kaufDA, Pubbles & Mag10

Thomas Koch
Geschäftsführer, tk-one


ab 17.00-18.00 Uhr 

kressköpfe live networking

Nutzen Sie die Gelegenheit bei einem hochwertigen Catering Kontakte
mit weiteren kressköpfen zu knüpfen. Nirgends haben Sie eine bessere Gelegenheit
soviele kressköpfe live zu treffen - außer vielleicht bei der nächsten kresskonferenz.

Referenten

Chefredakteur, kress

Berlin Korrespondent / Leiter Resort Digital, kress

Torsten Zarges
Korrespondent Köln, kress

CEO, MovingMedia+

Geschäftsführer, kaufDA

Marketing Managerin, Pubbles

Geschäftsführer, tk-one

CEO, Mag10 Publishing GmbH

Die digi:media auf der Messe Düsseldorf

Die Fachmesse für commercial publishing & digital printing
Düsseldorfer Messegelände
Halle 6

 

Content trifft Technik trifft Business

Entdecken Sie die Möglichkeiten der ganzheitlichen Kommunikation

Als innovatives Forum für die gesamte digitale Prozesskette wird die digi:media ab 2011 in Ergänzung zur drupa ihre Tore öffnen. Als Fachmesse mit zahlreichen Sonderveranstaltungen und Kongressen wird die digi:media das gesamte digitale Spektrum vom Digitaldruck über die Weiterverarbeitung bis hin zur Konfektionierung umfassen. Somit haben Sie die Möglichkeit, die zunehmende Nutzung digitaler Medien in so vielfältigen Branchen wie Automotive, Beauty, Behörden, Telekommunikation, Touristik etc. zu Ihrem Geschäft zu machen.

Das Konzept

Die digi:media ist die Innovationsmesse für unterschiedlichste Branchen. Als umfassendste Veranstaltung für digitale Medien, ist die digi:media insbesondere im Bereich Digitaldruck wegweisend. Von der Kreation über die digitale Aufbereitung bis hin zum fertigen Druckerzeugnis werden drei Tage lang und unter einem Dach all die Fragen beantwortet, die für das heutige, immer globaler werdende Business von zentraler Bedeutung sind. Die ideale Plattform für Ihre Zielgruppen!

Drei Tage. Drei Bühnen. Eine Community.

Ein modular aufbauendes Infotainment-Programm, das sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen der vielschichtigen Besucherzielgruppen orientiert, ist wichtiger Bestandteil der digi:media 2011. So gibt es eine Bühne speziell für den Bereich „Content & Artwork“, eine weitere Bühne für „Technik & Umsetzung“ und eine dritte als „Business-Podium“ für Best-Practice-Beispiele. Im „digi:space“ trifft sich die Community zum Austausch.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur digi:media finden Sie hier

Die kresskonferenz 2010 fand am 30.11.2010 statt.

Die nächste kresskonferenz findet am 29. November 2011 im Empire Riverside in Hamburg statt. Bereits jetzt können Sie sich zu Sonderkonditionen anmelden.

Bericht über die kresskonferenz 2010

Die kresskonferenz 2010 zum Thema "Transformation - Medienmarken im Umbruch" lockte am Dienstag, 30. November, 110 Teilnehmer nach Hamburg - ein gutes Dutzend blieb leider im Schneegestöber stecken.

Referenten wie Philipp Welte, Christoph Keese, Stefan Winners, Wolfgang Büchner oder Olaf Conrad gaben Ein- und Ausblicke auf den Medienmarkt.


Den Auftakt machte Keynote-Speaker und Burda-Manager Philipp Welte. In seinem Vortrag „Change or die? Chancen von Medienmarken in der digitalisierten Welt“ verglich er die Digitalisierung mit einem Urknall, der unsere Medienwelt von Grund auf verändert hat.

Burda reagiert auf diesen Urknall einerseits mit einer Konzentration auf die Kernkompetenzen im Printgeschäft und hat in diesem Jahr mehrere neue Magazine gestartet. Laut Welte ist das Printgeschäft nach wie vor „stabil und kerngesund“. Andererseits setzt der Konzern auf Diversifikation, indem er in Technologie investiert (u.a. Tomorrow Focus, Glam).

Die redaktionellen Online-Angebote fährt der Konzern dagegen zurück. Nur solche Marken, die genügend Strahlkraft besitzen, um im Netz schwarze Zahlen zu schreiben, bleiben mit umfangreichen Websites online, darunter "Focus Online" und "Chip.de".


Im Anschluss präsentierte Springer-Manager Christoph Keese seine Ansichten zum Digitalgeschäft: „Der App-Store ist ein richtig großes Geschäft“. Springers Ziel sei es, die Preise für seine iPad-Apps langfristig an die der Printobjekte anzugleichen. Apples Preismarge von 30% sei auf lange Sicht unhaltbar. Je mehr App-Stores auf den Markt kommen, desto größer werde die Verhandlungsbasis. Springer sei mit einigen Anbietern im Gespräch, die nur 10% verlangten.

Neben den Veranstaltungen im Plenum bot die kresskonferenz den Teilnehmern die Möglichkeit, Fachvorträgen in kleinerem Rahmen zu lauschen. Dort stellte beispielsweise DPV-Chef Olaf Conrad den neuen Online-Kiosk Pubbles vor und dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner erklärte, wie er bei der Agentur den Kundenservice noch mehr verbessern will. Dr. Stefan Engels, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht bei Hogan Lovells beleuchtete die rechtlichen Grundlagen von Apps, Tablets und Co.

Ein weiteres Highlight am Nachmittag war das kress-Gespräch mit „Spiegel“-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron, das kress-Redakteur Christian Meier führte. Darin verteidigte von Blumencron die Veröffentlichung der Wikileaks-Dokumente. „Jeder Journalist hätte sich diese Dokumente angeschaut.“ Wikileaks sei für den „Spiegel“ im Übrigen eine Quelle wie andere auch, deren Material nach journalistischen Kriterien beurteilt werden müsse.

Der "Spiegel"-Chefredakteur setzte sich auf der kresskonferenz kritisch mit der Haltung von Hubert Burda Media zum Online-Journalismus auseinander: "Burda ist dabei, die redaktionellen Online-Inhalte in die Tonne zu kloppen", stellte er fest. Die Erfahrungen des "Spiegel" mit seinem Web-Ableger rechtfertigten eine solche Haltung aber nicht: "Spiegel Online" mache in diesem Jahr einen Gewinn in siebenstelliger Höhe - und zwar "sauber gerechnet". Für die kommenden Jahre plant der "Spiegel" mit einem Nebeneinander von Print, Online und TV - "mit starker Dominanz des gedruckten 'Spiegel'."

Ihren Ausklang fand die kresskonferenz hoch über den Dächern von Hamburg in der 20up Bar des Empire Riverside Hotels. Dort konnten sich die Teilnehmer mit Panoramablick über den Hafen über die Themen der kresskonferenz austauschen und Kontakte knüpfen.